Es war ein Augustmorgen 2023, als ich zum ersten Mal den Petra tou Romiou von der Autobahn A6 aus sah – dieser dramatische Felsbrocken im Meer, der wie ein schlafender Riese aus dem Wasser ragt. Ich hielt an, weil ich musste. Paphos ist kein verstecktes Geheimnis, aber es bleibt überraschend unterschätzt von Reisenden, die in Limassol stationiert sind. Dabei ist ein Tagesausflug dorthin eine der lohnendsten Unternehmungen auf Zypern.
Der häufigste Fehler, den Besucher machen, ist die Zeit zu unterschätzen. Sie fahren hin, machen ein Selfie am Aphrodite-Felsen, essen schnell Fisch und fahren zurück. Aber Paphos verdient mehr als zwei Stunden Aufmerksamkeit. Mit guter Planung können Sie an einem Tag die Geburtslegende einer Göttin, UNESCO-Mosaiken aus dem 2. Jahrhundert, königliche Gräber und einen lebendigen Hafen erleben – ohne gehetzt zu wirken.
Die Anfahrt: Autobahn A6 und erste Entscheidungen
Von Limassol nach Paphos sind es etwa 60 Kilometer auf der modernen Autobahn A6. Die Fahrtzeit beträgt 55 bis 70 Minuten, je nachdem ob Sie in der Rushhour fahren (morgens vor 8:30 Uhr ist die Straße leer). Die Maut kostet 3,50 Euro für Privatwagen, zahlbar an Mautstationen bei Kofinou. Wer früh startet – ideal ist 7:00 Uhr ab Ihrem Hotel – erreicht Paphos um 8:15 Uhr und kann die archäologischen Stätten vor den Touristengruppen erkunden.
Ich empfehle, einen Mietwagen zu nehmen. Die Busverbindung (Intercity Buses, Linie 610) kostet 8 Euro einfach, dauert aber 2,5 Stunden mit Stopps. Mit Auto haben Sie Flexibilität – Sie können am Petra tou Romiou anhalten, wie lange Sie möchten, und die Rückfahrt nach eigenem Rhythmus planen.
Welcher Startpunkt in Limassol?
Wenn Sie im Zentrum übernachten (Old Town oder Marina), dauert die Fahrt zur Autobahn 10 Minuten. Vom Flughafen Limassol sind es 20 Minuten. Tanken Sie vorher – Benzinpreise in Paphos sind etwa 3% höher als in Limassol (Stand 2026: ca. 1,18 Euro pro Liter). Eine volle Tankstelle kostet 50-60 Euro und reicht für die Hin- und Rückfahrt plus Umherfahrten in Paphos.
Petra tou Romiou: Der Aphrodite-Felsen und seine Geschichte
Nach etwa einer Stunde Fahrt sehen Sie ihn: einen massiven Kalksteinfelsen, der aus dem Mittelmeer aufsteigt wie ein Monument. Das ist Petra tou Romiou, der Felsen des Griechen – benannt nach einem lokalen Helden, der hier Araber bekämpft haben soll. Aber die mythologische Geschichte ist älter und schöner: Hier, so sagt die antike Legende, entstand Aphrodite aus dem Meeresschaum.
Der Parkplatz liegt direkt an der Straße (kostenlos). Von dort führt ein Fußweg hinunter zum Strand – etwa 200 Meter, leicht zu gehen. Der Strand selbst ist steinig, das Wasser klar und etwa 18-20 Grad Celsius (im Sommer 25-27 Grad). Viele Besucher schwimmen hier, um Aphrodites Segen zu erhalten – eine Tradition, die mindestens 2000 Jahre alt ist.
Der Felsen ist nicht nur mythologisch bedeutsam, sondern auch geologisch faszinierend. Er besteht aus Kalkstein und Dolomit, geformt durch Erosion über Millionen Jahre. Wer Wein und Geologie mag, wird hier die Verbindung zwischen Terroir und Landschaft verstehen.
Planen Sie 45 Minuten für Petra tou Romiou ein – zum Hinuntergehen, Umschauen, eventuell Schwimmen und Hinaufgehen. Bringen Sie Badekleidung mit, aber auch eine Jacke für den Rückweg (der Wind vom Meer kann kühl sein). Die beste Zeit ist vor 9:30 Uhr oder nach 16:00 Uhr, wenn Busgruppen nicht präsent sind.
Paphos Archaeological Park: UNESCO-Mosaiken und antike Villen
Etwa 15 Kilometer nördlich von Petra tou Romiou liegt der Paphos Archaeological Park, das Herzstück der UNESCO-Welterbestätte. Hier befinden sich vier römische Villen mit den besten erhaltenen Mosaiken auf Zypern. Der Eintritt kostet 4,50 Euro (2026). Öffnungszeiten: täglich 8:30-17:00 Uhr (im Sommer bis 19:00 Uhr).
Die berühmteste Villa ist das Haus des Dionysos, benannt nach dem Gott des Weines – ein Grund mehr, warum ich diesen Ort liebe. Die Mosaiken stammen aus dem 2. Jahrhundert nach Christus und zeigen Szenen aus der griechischen Mythologie mit beeindruckender Detailgenauigkeit. Besonders faszinierend ist das Mosaik des Dionysos selbst, das zeigt, wie der Gott mit Nymphen und Satyrn feiert – eine Szene, die mehr über römisches Leben verrät als jedes Geschichtsbuch.
Die vier Villen im Überblick
- Haus des Dionysos: Größte Villa, 2000 Quadratmeter, 40+ Mosaiken. Fokus auf Mythologie und Jagdszenen.
- Haus des Aion: Kleinere Villa mit Mosaiken des Aion (Gott der Ewigkeit). Weniger bekannt, aber intim.
- Haus des Theseus: Noch unter Restaurierung, aber Mosaike des Helden Theseus sind sichtbar.
- Haus des Orpheus: Neueste Ausgrabung, mit Mosaiken des Musikers Orpheus.
Ich empfehle, mindestens zwei Stunden hier zu verbringen. Der Park ist nicht überwältigend groß, aber die Qualität der Mosaiken rechtfertigt langsames Gehen. Ein Audioguide (kostenlos mit Eintritt) erklärt die Szenen auf Deutsch, Englisch und anderen Sprachen. Wer kein Deutsch mag, kann auch einen privaten Führer buchen (etwa 50 Euro für zwei Stunden).
Die beste Tageszeit ist 10:00-12:00 Uhr oder 14:30-16:30 Uhr. Mittags (13:00-14:30 Uhr) ist es heiß und voll. Bringen Sie Wasser mit – es gibt nur einen kleinen Kiosk am Eingang.
Mittagessen in der Altstadt von Paphos
Nach dem Archaeological Park fahren Sie etwa 10 Kilometer ins Zentrum von Paphos – zur Altstadt (Kato Paphos). Hier reihen sich Restaurants entlang des Hafens aneinander. Die Preise sind moderat: Ein Hauptgang kostet 12-18 Euro, Wein vom Glas 4-6 Euro. Lokale Weißweine von Zypern (Xynisteri oder Assyrtiko) passen perfekt zu gegrilltem Fisch.
Mein Favorit ist ein kleines Restaurant namens Pelican, direkt am Hafen, wo der Besitzer jeden Morgen zum Fischmarkt geht. Die Branzino (Wolfsbarsch) ist frisch und wird mit Zitrone und Olivenöl gegrillt – nicht mehr als 16 Euro. Alternativ: Taverna Kyma (etwas touristischer, aber zuverlässig) oder Demis Fish Taverna (authentischer, weniger Englisch gesprochen).
Planen Sie 90 Minuten für Mittagessen ein. Danach können Sie noch eine Stunde Spaziergang durch die Altstadt einplanen – enge Gassen, kleine Läden, den Hafen mit Fischerbooten.
Burg von Paphos und Hafen
Die Burg von Paphos (auch Paphos Castle genannt) steht direkt am Hafen. Eintritt: 2,50 Euro. Sie wurde 1592 von den Venezianern erbaut, später von den Osmanen erweitert. Von oben hat man einen 360-Grad-Blick auf den Hafen und die Küste. An klaren Tagen kann man bis zur türkischen Küste sehen (etwa 80 Kilometer entfernt).
Die Burg ist klein – 30 Minuten reichen aus. Aber der Blick lohnt sich. Besonders bei Sonnenuntergang (um 18:00 Uhr im Winter, 19:30 Uhr im Sommer) wird der Himmel orange und die Stadt leuchtet. Wenn Sie Zeit haben und gegen 17:00 Uhr hier sind, können Sie den Sonnenuntergang vom Hafen aus genießen – mit einem Glas Wein und Blick auf die Burg.
Royal Tombs of the Kings: Antike Bestattungen
Etwa 2 Kilometer nördlich des Hafens liegen die königlichen Gräber – eine Nekropole aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Eintritt: 2,50 Euro. Die Gräber sind in den Felsen gehauen und zeigen, wie wohlhabend die antike Stadt Paphos war. Manche Gräber haben mehrere Kammern, mit Säulen und Reliefs verziert.
Der Name „Royal Tombs
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